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GISELA ELSNER: HEILIG BLUT | Theaterproduktion in Frankfurt/Main

Premiere:  31.05.18. Weitere Vorstellungen:  01.06.18  // 14.06.18 // 15.06.18 // 14.11.2018 // 15.11.2018 // // jeweils 20 Uhr, an den Landungsbrücken Frankfurt 

Inszenierungsgespräch im Anschluss an die Vorstellung des 01.06.2018 mit Dr. Christine Künzel von der Internationalen Gisela Elsner Gesellschaft,  Dramaturgin Dr. Sylvia Necker und Regisseurin Hannah Schassner.

Wer ist eigentlich der junge Gösch? Wer sind Hächler, Glaubrecht und Lüßl? Was wollen drei Alt-Nazis mit einem verweichlichten Kriegsdienstverweigerer im tiefsten deutschen Wald?

Gisela Elsners so gut wie unbekannter Road-Movie-Roman “Heilig Blut” (1982) hetzt durch Wälder, Jagdhütten, schäbige Wirtshäuser und verquaste Dörfer. Er ist eine bitterböse Analyse satter bundesdeutscher Wirklichkeit der 1970er Jahre und gibt Einblick in eine tief internalisierte NS-Volksgemeinschaft. Doch Elsner zeigt auch ihre Adaptierbarkeit: Deutsche Tugend und Ehre sind eben zeitlos – gefährlich.

Der Theaterabend „Gisela Elsner: Heilig Blut“ transformiert die scharfen Wortkaskaden und groteske Überhöhung Elsners in Bild- und Klangmetaphern, indem er sie durch einen synästhetischen Verstärker jagt und kratzt damit lustvoll die Aktualität der Erzählung aus den Spuren, die sie im Schnee von Heute hinterlassen hat. Und wie immer fällt irgendwann ein Schuss.

Mit:  Ole Bechtold, Christoph Maasch und Silvana Morabito

Regie/Textfassung:  Hannah Schassner // Dramaturgie/Textfassung/ Komposition:  Sylvia Necker // Ausstattung:  Hannah von Eiff // Assistenz:  Andrea Busmar // Regiehospitanz:  Christian Funk //  Technik:  Linus Koenig 

Flyer der Theaterproduktion als Download: HeiligBlut, Flyer

Weitere Informationen unter http://www.landungsbruecken.org/de/programm_aktuell.php?t524=detail,4120

Grafik: Prisca Ludwig

Gisela aktuell


Im Kontext aktueller politischer und gesellschaftlicher Ereignisse scheint Gisela Elsners Werk eine visionäre Kraft zu entwickeln. In unserer Rubrik „Gisela Aktuell“ finden Sie ab sofort Textausschnitte und Essays von Gisela Elsner, die aktuelle Debatten in der Bundesrepublik widerspiegeln.


Mietpreise unter der Lupe von Gisela Elsner

September 2018

  

Zu einer „Wohnraumoffensive“ lud die Bundesregierung im Herbst 2018 die Mitglieder der Großen Koalition, aber auch Vertreter von Ländern und Kommunen, Experten der Bau- und Immobilienwirtschaft, sowie aus den Gewerkschaften und vom Deutschen Mieterbund nach Berlin ein. „Wir wollen eine große Kraftanstrengung unternehmen, um unser Ziel von mehr Wohnungen zu erreichen“, ließ die Bundeskanzlerin abschließend verlauten. Doch noch steigen die Preise für den schwindenden Wohnraum – manch großzügige Behausung muss dabei zugunsten günstigerer Mieten bei weit weniger Komfort zurückgelassen werden. Ein exakt solches Szenario bestimmt Gisela Elsners Erzählung „Die Mieterhöhung“: „Die Leibolds leg­ten, obwohl sie sozusagen auf Nimmerwiedersehen aus der Gegend verschwanden, größten Wert darauf, vor den anderen Hausbewohnern, die die Mieterhö­hung, die unvermutete Mieterhöhung, verkraften konnten, das Gesicht zu wahren.“, schreibt Elsner und bewies 1973 einmal mehr ihr visionäres Talent.

Lesen Sie hier einen Ausschnitt aus „Die Mieterhöhung“: PDF, 0,09 MB

Die vollständige Erzählung finden Sie im Band „Versuche, die Wirklichkeit zu bewältigen – Gesammelte Erzählungen 1“, erschienen beim Verbrecher Verlag, Berlin


Der VW-Abgasskandal und die Tierversuche

Februar/März 2018

    

„Wir sind der Überzeugung, dass die damals gewählte wissenschaftliche Methodik falsch war. Es wäre besser gewesen, auf eine solche Untersuchung von vornherein zu verzichten“, teilte der Volkswagen-Konzern mit, nachdem die Welt von den Abgastests an Affen und Menschen erfahren hatte. In Gisela Elsners posthum erschienenen Roman „Otto der Großaktionär“ zeichnet die Satirikerin das erschreckende Bild eines Unternehmens, das für Versuchsprojekte vergleichbar fragwürdige Methoden wählt. „Ein bißchen Risikofreude muß eine Testperson, die ja letztlich für ihre Risikofreude bezahlt wird, schon aufbringen“,  heißt es darin etwa vom stellvertretenden Personalchef.

Lesen Sie hier einen Ausschnitt aus „Otto der Großaktionär“: PDF, 0,14 MB

Den vollständigen Roman erhalten Sie beim Verbrecher Verlag, Berlin