ELSNERS KLEINES WAHLBÜRO | TEIL 4 „POLITISCHES KAUDERWELSCH“

Im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 stellen wir Ihnen in der Reihe „Elsners kleines Wahlbüro“ ausgewählte politische Texte von Gisela Elsner vor.

TEIL VIER

POLITISCHES KAUDERWELSCH

 Über auf den Hund gekommene politische Begriffe

Wer aktuelle Begriffe nicht nur als Schlagwörter verwendet, sondern versucht, sie im Hinblick auf ihre Bedeutung und auf die Konsequenzen, die sie im Rahmen der politischen und gesellschaftlichen Wirklichkeit der Bundesrepublik haben, zu erörtern, der wird, auch wenn seine Verschleierungsmanöver und seine Ausflüchte noch so geschickt sind, früher oder später dank seiner Wortwahl und dank seiner Argumentationsweise seinen ideologischen Standpunkt preisgeben. Wer beispielsweise statt des Begriffs UNGLEICHHEIT den Begriff VERSCHIEDENHEIT einsetzt, der trifft Anstalten, die der Ungleichheit innewohnende Ungerechtigkeit zu beschönigen.

HIER WEITERLESEN

ELSNERS KLEINES WAHLBÜRO | TEIL 3 „DER PUNKTSIEG“

Im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 stellen wir Ihnen in der Reihe „Elsners kleines Wahlbüro“ ausgewählte politische Texte von Gisela Elsner vor.

TEIL DREI

Der Punktsieg

Auszug aus Gisela Elsners Roman von 1977

Aber die sozialdemokratische Partei […] war nun einmal eine in keiner Weise bequeme Partei. Sie verlangte von ihrer Wählerschaft, gleichgültig, ob es sich dabei um einen Arbeiter oder um einen Unternehmer wie ihn, Mechtel, dem es manchmal, angesichts der Rasanz, mit der diese Partei gleichzeitig zwei völlig konträre Ziele verfolgte, Angst und Bange wurde, ein weit über das Verständnis von Parolen und Programmen hinausreichendes, politisches Einfühlungsvermögen oder Fingerspitzengefühl.

HIER WEITERLESEN

ELSNERS KLEINES WAHLBÜRO | TEIL 2 „DIE DÄMONISIERUNG DES TECHNOLOGISCHEN FORTSCHRITTS“

Im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 stellen wir Ihnen in der Reihe „Elsners kleines Wahlbüro“ ausgewählte politische Texte von Gisela Elsner vor.

TEIL ZWEI

Die Dämonisierung des technologischen Fortschritts 

oder die Rückständigkeit der Progressiven

Doch erlaubt es dem Grünlichen der Untertanengeist, für die Gleichheit aller Geschöpfe, egal, ob es sich hierbei um Wanzen oder um verwanzte Asylanten handelt, aufgrund ihrer alle gesellschaftlichen Verhältnisse außerkraft setzenden Kreatürlichkeit auf die Barrikaden zu steigen. Denn vorerst muß die Kreatürlichkeit der Kreaturen vor dem technologischen Fortschritt gerettet werden. Mit der Forderung für ein Lebensrecht der Asylanten, Arbeitslosen, Behinderten, Rentner oder Sozialhilfeempfänger werden die Grünlichen erst nach ihrem Rückmarsch in das „goldene Zeitalter der Manufaktur“ den Staat belästigen.

HIER WEITERLESEN

ELSNERS KLEINES WAHLBÜRO | TEIL 1 „DIE VOLKSZERTRETER“

Im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 stellen wir Ihnen in der Reihe „Elsners kleines Wahlbüro“ ausgewählte politische Texte von Gisela Elsner vor.

TEIL EINS

Die Volkszertreter

Über die Regierungserklärungen der Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland

Was niemandem bei der Lektüre der Regierungserklärungen unserer Bundeskanzler entgehen dürfte, ist die Tatsache, daß sie samt und sonders eines gemein haben: ein, gelinde gesagt, beträchtlich gestörtes Verhältnis zu wirtschaftlichen Verflechtungen und Konzentrationsprozessen. Allesamt scheinen sie wirtschaftliche Verflechtungen und Konzentrationsprozesse als ebenso schädlich wie unerläßlich zu betrachten.

HIER WEITERLESEN

15.09.2017 | 20 Uhr | BERLIN | LITERATURFORUM IM BRECHT-HAUS, „Ein bisschen Frieden braucht der Mensch …“

„Ein bißchen Frieden braucht der Mensch …“

Auszüge aus Gisela Elsners Oper Friedenssaison; Libretto: Gisela Elsner 1988, Musik: Christof Herzog.

15.09.2017 um 20 Uhr im  Literaturforum im Brecht-Haus, Berlin

Eintritt 5 €/erm. 3 €

Mit Jennifer Porto – Sopran (Oper Leipzig), Hagen Matzeit (angefragt) – Bariton (Oper Dresden), Mattis Nolte (Schauspieler, Berlin), Daniel Gerzenberg (angefragt, Klavier), Christa Weber – Sprecherin (Schauspielerin, Berlin) und Christof Herzog

Bei dieser Oper handelt es sich um eine Satire auf die Friedensbewegung der 1980er Jahre, die sich nicht allein gegen die Stationierung von Atomwaffen auf deutschem Boden richtete, sondern auch gegen die politischen Verhältnisse der damaligen Zeit, die durch die Regierung von Helmut Kohl geprägt waren. In der Oper treten dementsprechend bekannte Persönlichkeiten aus dem politischen Leben auf: u. a. Bundeskanzler Helmut Kohl (hier als der „Volkszertreter Wirsing“) und die Bundestagsabgeordnete der Grünen Petra Kelly (hier als die „Abgeordnete Herzchen“). Bei dem Libretto von Gisela Elsner handelt es sich um den einzigen überlieferten (Musik-)Theatertext der Autorin. Die Musik, die in der Tradition der Zeitopern (Weill, Krenek, Bernstein etc.) steht, komponierte der mit Elsner befreundete Christof Herzog. Die Oper Friedenssaison ist bisher noch nie in Gänze uraufgeführt worden. Hier bietet sich die seltene Gelegenheit, einige Ausschnitte aus der Oper live zu erleben.

15.09.2017 | BERLIN | LITERATURFORUM IM BRECHT-HAUS, SYMPOSIUM: GISELA ELSNER UND BERTOLT BRECHT

V-Effekte und andere Versuche die Wirklichkeit zu bewältigen: Gisela Elsner und Bertolt Brecht.

Ein Symposium zum 80. Geburtstag von Gisela Elsner.

Projektleitung: Dr. Christine Künzel

Gisela Elsner (1937–1992) sah sich selbst als Autorin in der literarischen und politischen Tradition Bertolt Brechts. Die Berührungspunkte zwischen Elsner und Brecht sind vielfältig. Auf der einen Seite lassen sich thematische Verbindungen feststellen: etwa in der Konzentration auf die Aufdeckung faschistischer Strukturen, in einer dezidierten Kapitalismuskritik sowie im Aufzeigen sozialer Missstände. Auf der anderen Seite bedient sich Elsner in ihren Satiren bestimmter Strategien der Verfremdung, die auf Brechts Definition des V-Effektes verweisen, indem sie das Alltägliche, Vertraute, Selbstverständliche als etwas Fremdes bzw. Befremdendes darstellt und somit eine Reflexion von bestimmten Verhaltensweisen und Routinen ermöglicht.

Grund genug, dem Verhältnis Elsner-Brecht en detail nachzugehen und zugleich zu fragen, inwiefern Elsner mit oder gegen Brecht zugleich über Brecht hinaus geht.

Zusammen mit dem Literaturforum im Brecht-Haus Berlin veranstaltet die Internationale Gisela Elsner Gesellschaft deshalb am

15.09.2017 ab 9:30 Uhr

in Berlin ein Symposium mit dem Titel „V-Effekte und andere Versuche die Wirklichkeit zu bewältigen: Gisela Elsner und Bertolt Brecht.“

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage des Literaturforums im Brecht Haus oder als Download: PDF, Programm Symposium

Ausstellung: „Ratsam wäre es gewesen, diesen Saal nicht zu betreten.“

Gisela Elsner Ausstellung in Sulzbach-Rosenberg

 „Ratsam wäre es gewesen, diesen Saal nicht zu betreten“ | Text-Bild-Konstellationen | noch bis 15. Oktober 2017

Ausstellung in Sulzbach-Rosenberg: Gisela Elsners Texte treffen auf Werke der aktuellen Gegenwartskunst.

Kuratiert von Karen Packebusch, Dr. Christine Künzel & Michael P. Hehl

Eine Kooperation zwischen dem Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg | Literaturhaus Oberpfalz und der Internationalen Gisela Elsner Gesellschaft.

Am 2. Mai 2017 hätte Gisela Elsner ihren 80. Geburtstag gefeiert. Dies war der Anlass für die Idee zu einem außergewöhnlichen Ausstellungsprojekt. Die satirische Schreibweise Elsners ist stark von visuellen Effekten der Verfremdung geprägt, daher liegt eine Verbindung zur bildenden Kunst nahe. Zudem hat sich die Autorin in zahlreichen Werken mit dem Verhältnis von Text und Bild auseinandergesetzt.

Der Reiz dieser Ausstellung liegt in den einzigartigen Text-Bild-Konstellationen, in denen verschiedene Arbeiten von jungen Künstlerinnen und Künstlern mit ausgewählten Textpassagen einer bereits verstorbenen Autorin in Dialog treten. Aus der Gegenüberstellung von Text- und Bild-Kunst ergeben sich künstlerisch-literarische Resonanzen und damit auch neue Deutungsspielräume, die eine spezifische Form ästhetischer Erfahrung ermöglichen.

Die Auswahl der Exponate erfolgte mit Blick auf zentrale Themen in Elsners Werk: Verfremdung des Vertrauten, soziale Unterschiede, Prestige und Stigmatisierung, Kritik der Geschlechterrollen, das Aufspüren faschistischer Strukturen in der BRD-Gesellschaft nach 1945.

Den Flyer zur Ausstellung finden Sie hier als Download: PDF, Flyer_Austellung_Gisela Elsner, 846 KB

Radiobeitrag zur Ausstellung: Deutschlandfunk, 17.07.2017, Katrin Hillgruber:

Zum Nachhören: Klick aufs Bild

Einblicke in die Ausstellung im Video von Michael Klipphahn:

VERANSTALTUNGEN ZUM 80. GEBURTSTAG VON GISELA ELSNER

Am 2. Mai 2017 würde die Schriftstellerin Gisela Elsner ihren 80. Geburtstag feiern. Aus diesem Anlass veranstaltet die Internationale Gisela Elsner Gesellschaft e.V. Lesungen, Vorträge und Symposien in verschiedenen Städten.

Kommende Termine:

14.07.2017- 15.10.2017 |  Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg
„Ratsam wäre es gewesen, diesen Saal nicht zu betreten. Gisela Elsner und die Gegenwartskunst.“ 
Ausstellung: Gisela Elsners Texte treffen auf Werke der aktuellen Gegenwartskunst.
weitere Informationen

15.09.2017 | 9:30 bis 18:00 Uhr | Brecht-Haus, Berlin
Symposium im Literaturforum zu Gisela Elsner und Bertolt Brecht
weitere Informationen folgen

15.09.2017 | 20:00 Uhr | Brecht-Haus, Berlin
„Friedenssaison“ 
Ausschnitte aus Gisela Elsners Oper „Friedenssaison“ von 1988
weitere Informationen folgen

*= keine Veranstaltung der Internationalen Gisela Elsner Gesellschaft

Weitere Termine folgen in Kürze.

Vergangene Termine:

02.04.2017 | 15:00 Uhr | COHRS, Kaffee & Kunst, Mannheim
„Der bunte Abend am Nachmittag“
Vortrag und Lesung mit Christine Künzel, u.a. aus „Die teuflische Komödie“

22.04.2017 | 20:00 Uhr | KulturMetzgerei, Seeheim-Jugenheim
„Otto der Großaktionär“
Pre-Listening einer Hörspielbearbeitung von Patricia Görg des Romans „Otto der Großaktionär“ von Gisela Elsner.

02.05.2017 | 19:30 Uhr | Zeitungs­Café Hermann Kesten in der Stadtbibliothek, Nürnberg
„Die Auferstehung der Gisela Elsner“ 
Vortrag und Lesung von Christine Künzel zum 80. Geburtstag von Gisela Elsner

02.05.2017 | WDR
„ZeitZeichen: 02.05.1937 – 80. Geburtstag von Gisela Elsner“ 
hier nachhören

04.05.2017 | 14:00 Uhr | KunstKulturQuartier, Nürnberg
„Mittagslesungen“

Friederike Pöhlmann-Grießinger und Roland Eugen Beiküfner lesen Gisela Elsner

05.05.2017 | 19:30 Uhr | Galeriehaus, Hof/Saale*
„Zur Erinnerung an Gisela Elsner“ 
Vortrag und Lesung der Marx-Engels-Stiftung

07.05.2017 | 14:05 Uhr | HR2 Kultur
„Otto der Großaktionär“ 
Sendung einer Hörspielbearbeitung von Patricia Görg des gleichnamigen Romans von Gisela Elsner auf HR2 Kultur

13.05.2017 | 15:05 Uhr | Bayern 2
„Die Nölls“ 
Wiederholung eines Hörspiels von Gisela Elsner aus dem Jahr 1969

14.05.2017 | 15:00 Uhr | Stadtteilgalerie LeonArt St. Leonhard, Nürnberg
„Fliegeralarm“ 
Lesung von Gisela Elsners Bruder Richard Elsner

16.05.2017 | 20:00 Uhr | Regenbogenfabrik, Berlin-Kreuzberg
„Gisela Elsner zum 80. Geburtstag und 25. Todesjahr“ 
Lesung und Erinnerungen von Christa Weber, Musik von Christof Herzog

18.05.2017 | 20:00 Uhr | Buchladen DieZeitgenossen, Esslingen*
„Die Ungerührte – die Auferstehung der Gisela Elsner“ 
Themenabend mit Jens David/ Bund der AntifaschistInnen Esslingen

23.05.2017 | 20:30 Uhr | Fahimi-Bar, Berlin
„Gisela Elsner zum 80. Geburtstag und 25. Todestag“ 
Themenabend des Schernikau-Clubs und des Verbrecher Verlags.

21.06.2017 | 19:00 Uhr | Sommerbaustelle Rote Flora, Hamburg*
„Kantine 3000: Frau Doktor liest Gisela Elsner.“ 
Lesung aus Gisela Elsners Roman „Heilig Blut“

14.07.2017 | 19:30 Uhr | Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg
„Ratsam wäre es gewesen, diesen Saal nicht zu betreten. Gisela Elsner und die Gegenwartskunst.“ 
Eröffnung einer bis zum 15.10.2017 dauernden Ausstellung.

15.07.2017 | 16:30 Uhr | Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg
„Ich bin eine schmutzige Satirikerin.“ 
Lesung von Dr. Christine Künzel im Rahmen des Literatursommerfestes.

SONNTAG | 07.05.2017 | HÖRSPIEL „OTTO, DER GROßAKTIONÄR“ BEI HR2 Kultur

Das Romanfragment Otto der Großaktionär, das sich im Nachlass der Autorin im Münchner Literaturarchiv Monacensia befindet, wurde 2008 zum ersten Mal im Berliner Verbrecher Verlag veröffentlicht.

Am 7. Mai 2017 um 14.05 Uhr sendet HR2 Kultur erstmals eine Hörspielfassung von Otto der Großaktionär (Bearbeitung: Patricia Görg).

Die Figur Otto der Großaktionär, eine Randfigur in Elsners Roman Das Windei von 1987, erhält hier ein eigenes Leben. Da er einige wenige Aktien an der Chemiefirma hält, in der er bei Tierversuchen zuarbeitet, glaubt Otto Rölz, ein älterer Arbeiter, es könne ihm nun nichts Schlimmeres passieren. Doch schon bald reicht das Geld nicht mehr, und um den Lebensstandard halten zu können, muss er sich lebensgefährlichen Medikamentenversuchen aussetzen. Doch selbst das verhindert nicht, dass er bald die erste seiner wenigen Aktien verkaufen muss …

Otto, der Großaktionär ist schon insofern eine Rarität, als sich Elsner hier erstmals mit der Lebenswelt der Arbeiter auseinandergesetzt hat.

DIENSTAG | 02.05.2017 | LESUNG UND VORTRAG IN DER STADTBIBLIOTHEK NÜRNBERG

Am 2. Mai 2017 hätte Gisela Elsner ihren 80. Geburtstag gefeiert, doch sie nahm sich 1992, im Alter von 55 Jahren, in München das Leben.

Sie veröffentlichte zeitlebens acht Romane, diverse Erzählungen, Aufsätze und Hörspiele sowie ein Opernlibretto. Für ihr Werk erhielt sie etliche internationale Auszeichnungen, darunter den Prix Formentor für ihren ersten Roman »Die Riesenzwerge«.

Anlässlich des 80. Geburtstags der Autorin wird Dr. Christine Künzel, Literaturwissenschaftlerin und Erste Vorsitzende der Internationalen Gisela Elsner Gesellschaft, die Schriftstellerin anhand eines Vortrags und ausgewählter Texte vorstellen.

Weitere Informationen im Programm der Stadtbibliothek Nürnberg, abrufbar HIER oder als Download, PDF, 1,1 MB